Selbstbestimmung als Konzept
Hinter dem Begriff „Persönliche Assistenz“ verbirgt sich weit mehr als eine bloße Hilfestellung im Alltag. Es ist ein Instrument der Freiheit und ein wesentlicher Pfeiler für ein inklusives Miteinander. In einer Gesellschaft, die Barrierefreiheit oft nur an Rampen und Aufzügen misst, fungiert die Assistenz als das „menschliche Bindeglied“ zur uneingeschränkten Teilhabe.
Weg vom Patienten, hin zum Entscheider
Häufig wird „Persönliche Assistenz“ fälschlicherweise mit klassischer Pflege gleichgesetzt. Doch der Unterschied ist entscheidend: Während in der Pflege oft starre Zeitpläne und medizinische Notwendigkeiten den Takt vorgeben, steht bei der Assistenz die Selbstbestimmung an erster Stelle. (ersetzt Arme und Beine, aber nicht da
Hier agiert der Mensch mit Behinderung als Regisseur des eigenen Lebens. Die „Persönliche Assistenz“ unterstützt nach Anleitung bei Tätigkeiten, die der Mensch mit Behinderung nicht selbst ausführen kann. (Ersetzt Arme und Beine, aber nicht das Gehirn.
Die Einsatzbereiche: Ein Leben ohne Schranken
Persönliche Assistenz ist so vielseitig wie das Leben selbst
Freizeitassistenz: Unterstützung bei der Grundpflege, Haushaltsführung oder der Mobilität in der eigenen Wohnung.
Begleitung zu kulturellen Veranstaltungen, sportlichen Aktivitäten oder auf Reisen. Hier geht es um soziale Teilhabe auf Augenhöhe.
Arbeits- oder Studienassistenz: Kompensation von Barrieren im Berufsleben, etwa durch Vorlesedienste, Handreichungen oder Begleitung auf Dienstreisen.
Das Arbeitgebermodell: Souveränität in der Praxis
Ein besonderes Merkmal dieses Modells ist die Rolle des Assistenznehmers als Arbeitgeber. Viele Betroffene nutzen das „Persönliche Budget“, um ihre Assistenten selbst auszuwählen, einzustellen und anzuleiten. Das schafft eine völlig neue Dynamik: Es entsteht ein professionelles Arbeitsverhältnis, in dem Kompetenz, Sympathie und Vertrauen die Basis bilden.
„Assistenz bedeutet nicht, dass jemandem das Leben abgenommen wird – es bedeutet, dass jemand die Werkzeuge erhält, um sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.“
Ein Gewinn für beide Seiten
Für die Gesellschaft ist „Persönliche Assistenz“ ein klares Statement für die Menschenrechte. Für die Assistenzkräfte selbst bietet das Berufsfeld eine Tätigkeit mit Empathie, Sinnstiftung und hoher Verantwortung. Es ist ein Arbeitsmodell, das starre Hierarchien durch echte Kooperation ersetzt.
Eine Alternative zum Arbeitgebermodell sind Organisationen die als Dienstleister fungieren und die Persönliche Assistentinnen und Assistenten organisieren und die komplette Verwaltung des „Persönliche Budget“ übernehmen.
Fazit
„Persönliche Assistenz“ ist der Schlüssel zu einem Leben nach eigenen Vorstellungen – unabhängig von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen. Sie macht deutlich, dass Behinderung oft erst dort entsteht, wo die Unterstützung fehlt. Durch qualifizierte Assistenz wird aus „Ich kann nicht“ ein „Ich entscheide, wie es gemacht wird“

