„Man wartet darauf, dass die Welt zu einem kommt.“ Mit diesem Satz beschreibt Silke Kropacek einen Zustand, den viele Menschen mit Behinderung nur zu gut kennen: die Passivität der „Besuchbarkeit“. Doch wahre Inklusion bedeutet nicht, darauf zu hoffen, dass die Welt an die Tür klopft. Sie bedeutet, selbst hinauszugehen.
Die Assistenz als Werkzeug, nicht als Barriere Es mag paradox klingen: Um völlig unabhängig zu sein, braucht es oft die ständige Präsenz eines anderen Menschen.
Doch wer genau hinsieht, erkennt den Unterschied. Ob im Supermarkt beim Griff ins oberste Regal oder im Büro beim Tippen eines Konzepts – die Assistenz ist das ausführende Organ, aber der Kopf, die Entscheidung und die Persönlichkeit bleiben zu 100 % beim Individuum.
Persönlichkeit im Fokus Wirkliche Integration findet dann statt, wenn die Behinderung durch die Assistenz in den Hintergrund rückt. Wenn nicht mehr die Einschränkung sichtbar ist, sondern die kreative Lösung für ein Kundenproblem oder die gezielte Wahl beim Wocheneinkauf.
Silke Kropacek bringt es auf den Punkt:
„Persönliche Assistenz ist wie ein Schatten: Sie ist immer da, wenn man sie braucht, aber sie verstellt niemals die Sicht auf den Menschen selbst.“
Es ist Zeit, Assistenz nicht als „Hilfsbedürftigkeit“ zu verstehen, sondern als das, was sie ist: Ein unverzichtbares Werkzeug für ein selbstbestimmtes Leben in der Mitte der Gesellschaft.
